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Der Warteturm bei Nörten-Hardenberg
Ein Wahrzeichen unserer heimischen Landschaft und seine Geschichte

Wer von den Heimatfreunden Südhannovers kennt nicht den Warteturm auf dem Burgberge bei Nörten-Hardenberg? Wer hat sich nicht schon durch eine Fernsicht von der Hardenberger Warte erfreut! Der Rundblick beginnt im Osten vom Langfast bei Sudershausen, das selbst nicht sichtbar ist. Er erfaßt dann den großen Nörtener Wald mit den dahinter sich erhebenden Höhen des Rodetales und des Pleßwaldes. Südwestlich wird die Sicht ein wenig von der steilen Eichenburg behindert. Das Auge schweift nun über die Leine hinweg bis nach der Lieth bei Parensen und haftet im Westen an den langgezogenen hohen Bergrücken der Weper und des Sollfinger Waldes.

Im Norden erspäht das Auge die Stadt Northeim mit dem dahinter sich breit ausladenden Leinetal; es wandert zuletzt über die Wieterberge und die Alte Burg bei Bühle nach dem Ausgangspunkt zurück. Ganz im Südwesten ragen der Hohe Hagen bei Dransfeld sowie die Bramburg bei Adelebsen mächtig empor, bei ganz klarer Sicht bietet sich einmal auch der Vater Brocken dem suchenden Auge dar.

Das ist gewiß ein riesiger Umkreis mit vielen Tälern, Bergen und Ortschaften, die hier nicht alle einzeln aufgezählt werden können. Wenn die Sommersonne strahlt, erglänzt goldig das Bevertal mit Bishausen, das Leinetal mit Nörten, das Espoldetal und alle anderen Orte, Höhen und Senken, nah und fern. Am reizvollsten ist der Blick auf Bishausen, das am Fuße des Burgberges liegt. Der Blick auf Nörten umfaßt auch die dort angelegte-. großzügige Siedlung auf der - Büntebreite - die Heimstatt von zahlreichen Heimatvertriebenen. Hinter dunklem Tann zeigt sich bergabwärts das graue Gemäuer der Burgruine Hardenberg. Im Gegensatz zu der Westseite ist der östliche Teil des Burgberges völlig unbewaldet, so daß der Turm vom Osten her in voller Größe erkennbar ist.

Dieser Turm mit der schönen und weiten Aussicht steht bereits mehr als 120 Jahre und genießt Denkmalschutz. Leider wurde in jüngster Zeit von bisher unbekannt gebliebenen Tätern der obere Teil des Turmes stark beschädigt. Plattform und Brüstung der Galerie müssen unter erheblichen Kosten wiederhergestellt werden. Daher ist eine Besteigung des Turmes einstweilen nicht möglich.

Der Turm wurde von Rohras erbaut

Wenn man ein Bauwerk besonderer Art betrachtet, fragt man sich zunächst, aus welchem Beweggrund es errichtet wurde. Der Name Warteturm oder Hardenberger Warte ist als Bezeichnung für unseren Turm eigentlich falsch.

Unser Turm ist nie eine Warte gewesen, etwa in der Art der alten Warten um Göttingen herum. Dieser Turm wurde nur erbaut, um, wie der Auftraggeber dem Baumeister selber schreibt, den Zweck zu erfüllen, eine schöne Aussicht zu erlangen. Es sollte namentlich eine Aussicht erreicht werden auf das Bishäuser Tal sowie auf den Hof des Hardenberg-Vorderhauses, vor allem auf das Wohnhaus (Schloß) auf diesem Hof, und wie es in dem betreffenden Brief weiter heißt, namentlich auf den Platz vor der Gartentür (Parktür) des besagten Hauses. Über dem Eingang des Turmes sind auf einem Steinschild die folgenden Zeichen eingehauen:

C. L. A. Gr. H.
MDCCCXXXXII

Das sind der Name des Erbauers und die Baujahrzahl.


Aus den Mitteilungen des Grafen von Hardenberg entnehmen wir weiterhin: Der Turm wurde im Jahre 1842 erbaut. Auftraggeber war der Königlich-Hannoversche Oberjägermeister und Excellenz Carl Ludwig August Graf von Hardenberg, der Urgroßvater des derzeitigen Majoratsherrn. Den Turmbau hat die Firma C. F. A. Rohns und Sohn, Ph. Rohns, in Göttingen ausgeführt. Vorher waren längere Korrespondenzen über die Höhe des Turmes geführt worden. Die Errichtung eines höheren Turmes scheiterte an den Kosten. Das Material wurde aus Steinbrüchen am Burgberg gewonnen.

Der erste Kostenanschlag wurde am 23. März 1842 dem Oberjägermeister nach Hannover und Drönnewitz eingereicht. Der Baumeister hatte sich dazu am 15. März 1842, an einem heiteren Tage, mit einer Leiter von etwa 20 Fuß hoch über dem Erdboden, zu einigen ihm vom Hofjägermeister bezeichneten Stellen begeben und den Platz festgelegt. Die Aussicht wurde ganz trefflich befunden. Mit dem Ban ist dann wahrscheinlich im Mai 1842 begonnen worden. Das Bauwerk dürfte wohl Mitte bis Ende August des Jahres 1842 fertiggestellt worden sein.

Gleichzeitig wurde damals von demselben Baumeister an einer Erweiterung der Großenröder Gruft gearbeitet. Am 7. September 1842 bekam die Firma L. H. Bertram in Northeim den Auftrag, auf dem neuerbauten Turm einen Baum aufzustellen, um daran eine Fahne zu befestigen. Er entwarf dazu eine Vorrichtung, die in ähnlicher Art auf dem Grubenhagen bei Rotenkirchen, Kreis Einheck, besteht. Der Baum mit angebrachten Ringen für die Fahne hatte eine Länge von 36 Fuß. Die Eisenkonstruktion, worin die Stange gesteckt wurde, hat dann Bertram entworfen und mit dem Schlossermeister Wenig in Nörten besprochen. Dieser hat dann die Eisen angebracht. Das Brechen und Behauen der Steine (Sandsteine) führte der Maurermeister Schmidt und die Tischlerarbeit (Tür) der Tischler Meyer, beide aus Nörten, aus. Die Höhe des Turmes war auf 51 bis 61 Fuß festgesetzt worden. Der Burgberg war damals unbewaldet, Schafhutung mit Gestrüpp, nur in der Nähe des heutigen Turmplatzes befand sich ein kleines Tannenwäldchen. — So weit die Mitteilungen des Grafen von Hardenberg! Durch den vorstehenden Bericht dürften den Freunden des, Turmes manche bisher unbekannten Tatsachen erst bekannt geworden sein. Die Annahme, der Turm von 1842 sei errichtet worden, um den Leuten in diesem Jahre Geld und Verdienst zu geben, dürfte eine Legende sein. Es ist wohl kein „Hungerturm"!

Wenn die gelbweiße Fahne wehte ...

Der Oberjägermeister Carl Graf von Hardenberg war gleichzeitig Gerichtsherr des adeligen Gerichts Hardenberg (noch bis 1850), er hielt sich aber viel in Hannover am Königlichen Hofe auf. Im Mai und Herbst jeden Jahres kam er auf seine Güter. Die Hissung einer gelbweißen Fahne auf dem Turm kündete seine Anwesenheit an. Wenn die gelbweiße Fahne flatterte, konnten die Bauermeister und sonstigen Untertanen aus den elf Gerichtsdörfen die Excellenz aufsuchen und ihre Wünsche vortragen. Im Herbst hielt der Graf Jagd ab, die acht Tage lang währte. Man könnte sich vorstellen, daß die Fahne auf dem Turm nicht allein bei Anwesenheit der Excellenz auf dem Hardenberg, sondern auch bei vaterländischen Gedenktagen, Familienfeiern oder anderen festlichen Gelegenheiten aufgezogen wurde. Der im Jahre 1867 geborene und im Jahre 1958 verstorbene hardenbergische Hofmeister Karl Knirre erzählte, daß er in seiner Jugend die gelbweiße Fahne vom Warteturm noch habe herabwehen sehen.

Foto Warteturm bei Nörten-Hardenberg


Wie ein alter Römerturm

Diese Warte da oben, in der Ecke hinter dem Walde, steht an der Gemarkungsgrenze nach Bishausen. Der Turm mutet beinah an wie ein alter Römerturm. Er hat eine Höhe von etwa 17 Metern (über der Erde), und eine Wendeltreppe von 78 Stufen führt zu seiner Zinne hoch. Die Zinne hat einen Durchmesser von vier Metern. Der mittlere Umfang der Warte beträgt etwa 13 Meter, und die Wandung mißt an den Mauerschlitzen bis zu 95 cm. Der Burgberg besitzt eine Höhe von 250 Metern. Die Hardenberger Warte gilt als trigonometrischer Punkt, ein trigonometrischer Punkt 3. Ordnung und ist bereits 1875 eingemessen worden.

Als der Burgberg noch öde lag

Als der hohe Burgberg noch öde lag, stand der Warteturm nach der Nörtener Seite zu ziemlich frei, wie dieses noch auf einem alten Stahlstich sichtbar ist. Das Land unter dem Turm war Schafweide. An der Kante nach Bishausen, dem Weinberg, standen Kopfhainbuchen. Den Weg zum Turm säumten auf der einen Seite Walnußbäume, auf der anderen Seite Kirschbäume ein. Nur vom Judenkirchhof ab hinüber nach Osten war Ackerländerei. Dort wuchs der schönste Roggen. In den Jahren um 1880 wurde der Burgberg bis über den Judenkirchhof hinaus aufgeforstet, vornehmlich mit Fichten und Kiefern. Das Weideland auf der Seite nach Bishausen zu wurde nach Ende des Ersten Weltkrieges vom Gut umgepflügt und in Ackerland umgewandelt. Es ist seitdem in einzelnen Stücken an kleine Leute in Bishausen in Pacht gegeben. Der Burgberg trägt heute einen prächtigen Tannenwald, den mancher verschlungene Pfad durchzieht. Hat der Wanderer die Burgruine besucht und pilgert er nun zum Warteturm hinauf oder streift er in andere Richtung durch den Burgberg, so genießt er froh die ihm sich so mannigfach offenbarenden Reize der Waldungen.


Aus: Südhannoverscher Heimatkalender - 1965 - Von Hermann Duensing, Nörten-Hardenberg

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