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Lange Straße/Göttinger Straße

Bestand


Die Lange Straße/ Göttinger Straße bildet die Ortsdurchfahrt durch die Altstadt von Nörten-Hardenberg. Nördlich des Hindenburgplatzes trägt die Ortsdurchfahrt den Namen Lange Straße, südlich Göttinger Straße.

Im Zusammenhang mit der 1991 freigegebenen westlichen Ortsumgehung (Bundesstraße 3) hat die Ortsdurchfahrtstraße ihre Bedeutung hinsichtlich des Durchgangsverkehrs in Richtung Northeim/ Göttingen verloren, so dass seither ein deutlich geringeres Verkehrsaufkommen besteht. Von dem seinerzeit auftretenden Verkehrsaufkommen in einer Größenordnung von bis über 16.000 Kraftfahrzeugen/ 24 Std. (DTV) auf der Göttinger Straße und bis zu 13.500 Kraftfahrzeugen/ 24 Std. auf der Lange Straße (Stand: 1989), das zu einem Großteil aus Durchgangsverkehr bestand, ist heute nur noch ein Bruchteil vorhanden.

Städtebau und Straßenquerschnitt

Die Ortsdurchfahrt verläuft geradlinig in Nord-Süd-Richtung durch die Altstadt Nörten-Hardenbergs. Historisch lässt sich die angrenzende Bebauung in zwei unterschiedlich geprägte Abschnitte teilen. Diese Zweiteilung lässt sich noch heute gut im Straßenraum ablesen.

Zwischen dem Leineweg und fast bis zum Hardenberger Damm im Norden besteht eine weitgehend geschlossene Randbebauung, mit vor allem zweigeschossigem Fachwerkhausbestand aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

Hier ist der Straßenquerschnitt zum Teil sehr eng. Die geringste Breite weist er mit knapp unter 9,0 m im Bereich vor Hausnummer 81 auf. Bis auf 9,0 m verjüngt sich der Querschnitt vor Hausnummer 94. Die mit bis zu 11,6 m und 13,1 m breitesten Stellen dieses historischen Abschnitts liegen zwischen den westlich abgehenden Straßen Stiftsplatz und Hagenstraße sowie zwischen Am Kirchhof und Am Walle.

Südlich des Leinewegs, im Übergangsbereich zur Göttinger Straße, befindet sich der bauhistorisch jüngere Straßenabschnitt. Besonders entlang der Ostseite der Göttinger Straße löst sich die Randbebauung zu einer Einzelhausbebauung auf. Fachwerkbauten sind hier weniger zahlreich. Die Bebauung stammt hier überwiegend aus der Zeit nach 1860/70. In diesem Abschnitt weist die Ortsdurchfahrt den größten Querschnitt, mit bis zu 16,7 m etwa auf Höhe des Hindenburgplatzes auf.

Ruhender Verkehr

Charakteristisch für die Lange Straße ist die Nutzung des Fahrbahnseitenraums als PKWStellfläche. Vorwiegend Anwohner aber auch Kunden der angrenzenden Gewerbebetriebe parken ihre Fahrzeuge in Längsrichtung am Fahrbahnrand. Abschnittsweise sind keine von der Fahrbahn abgesetzten Parkstände vorhanden, so dass zwischen Leineweg und Hardenberger Damm einseitig auf der Fahrbahn geparkt wird. Zwischen Leineweg und der Straße Am Kirchhof wird der ruhende Verkehr auf der Lange Straße durch Markierungen geordnet.

Vom Leineweg bis etwa auf Höhe der Straße Stiftsplatz (Hausnummer 99) nimmt die Lange Straße den ruhenden Verkehr einseitig entlang der Ostseite auf. Nördlich der Straße Stiftsplatz bis zur Straße Am Kirchhof wird hingegen entlang der Westseite der Lange Straße geparkt.

Nördlich der Straße Am Kirchhof bestehen keine Markierungen der Parkstände. Ein absolutes Halteverbot besteht in diesem Abschnitt zwischen den Hausnummern 39 und 43. Von der Fahrbahn abgesetzte Parkstreifen befinden sich vorwiegend innerhalb des bauhistorisch jüngeren Abschnitts, zu beiden Seiten der Göttinger Straße.

Lange Straße - Ordnung des ruhenden Verkehrs durch Markierungen der Parkstände
Lange Straße - Ordnung des ruhenden Verkehrs durch Markierungen der Parkstände
Lange Straße - Parkstandsmarkierungen entlang der Ostseite
Lange Straße - Parkstandsmarkierungen entlang der Ostseite

Lange Straße – Parkstreifen zwischen Am Walle und Hardenberger Damm
Lange Straße – Parkstreifen zwischen Am Walle und Hardenberger Damm
Göttinger Straße - Von der Fahrbahn abgesetzte Parkstände
Göttinger Straße - Von der Fahrbahn abgesetzte Parkstände

Auf der Lange Straße befindet sich, nördlich der Einbahnstraße Am Walle, ein von der Fahrbahn abgesetzter, einseitig angelegter Parkstreifen, der entlang der Westseite verläuft. Hier befindet sich eine Bushaltestelle.

Material und Mobiliar

Die Fahrbahn der Ortsdurchfahrt ist asphaltiert. Den Übergang von Fahrbahn und Bordstein bildet die Gosse, angelegt mit Betonsteinen in zweizeiliger Ausführung. Die Hochborde entlang der Westseite sind aus Naturstein (Granit), während entlang der Ostseite ein Betonhochbord Verwendung gefunden hat. Als Material für die Seitenbereiche (Fußwege) sind Steinplatten aus Beton verwendet worden. Es bestehen sowohl Bereiche mit Gehwegplatten von 40 x 40 cm (vorwiegend Lange Straße) als auch Platten mit 30 x 30 cm (abschnittsweise Göttinger Straße) Größe aus Beton. Beleuchtungseinrichtungen sind vorhanden. Sie sind in der Lange Straße an den Hausfassaden angebracht. Entlang der Göttinger Straße sind Beleuchtungsmasten verwendet worden. Der Straßenraum ist weitgehend ohne Straßenbegleitgrün. Lediglich im Bereich Lange Straße/Am Kirchhof befinden sich kleinkronige Bäume am westlichen Fahrbahnrand.

Angrenzende Nutzungen

Die angrenzende Nutzung der Lange Straße ist geprägt von Wohnen und Gewerbe. In den Obergeschossen findet überwiegend Wohnen statt, während die Erdgeschossflächen zum Teil von gewerblicher Nutzung geprägt sind. Hinsichtlich der gewerblichen Nutzung lässt sich die Ortsdurchfahrt in drei klare Abschnitte untergliedern. Während zwischen den abzweigenden Straßenzügen Burgstraße und Hagenstraße die gewerbliche Nutzung der Erdgeschossflächen absolut dominiert, lässt sich zwischen der abzweigenden Hagenstraße und dem Stiftsplatz bereits eine deutliche Ausdünnung feststellen. Zwischen Stiftsplatz und dem Hardenberger Damm befindet sich praktisch keine gewerbliche Nutzung mehr. Dieser Abschnitt wird mit wenigen Ausnahmen (z.B. Hotel Restaurant Hardenberg Ratskeller) ausschließlich von Wohnnutzung geprägt.

Verbindungs- und Aufenthaltsfunktion

Die Ortsdurchfahrt verbindet als Durchgangsstraße durch die Altstadt Nörten-Hardenbergs den Flecken mit dem übergeordneten Straßennetz. Im Norden besteht Anbindung an die B 3, zur Weiterfahrt nach Northeim und Göttingen. Im Süden besteht über die Göttinger Straße (K 415) und Lauenförder Straße (B 446) ebenfalls eine Verbindung zur B 3 bzw. zur BAB 7.

Neben der Anbindung an das übergeordnete Straßennetz, erschließt die Lange Straße westlich gelegene Wohngebiete durch abzweigende Anliegerstraßen. Aufenthaltsbereiche für den nicht-motorisierten Verkehr bestehen in Form von straßenbegleitenden, von der Fahrbahn durch ein Hochbord abgesetzten Gehwegen. Da die Fahrbahnbreite konstant sieben Meter beträgt, variiert die Breite der Seitenräume im Zusammenhang mit der angrenzenden Bebauung, die abschnittsweise keine einheitliche Flucht aufweist. Die vornehmlich als Fußwege genutzten Seitenbereiche dienen den nicht motorisierten Verkehrsteilnehmern zur Fortbewegung innerhalb des Straßenraums.

In einigen Bereichen bestehen kleine Platzsituationen am Fahrbahnrand. Diese ergeben sich aufgrund der in Richtung Nordosten abknickenden Fahrbahn im Bereich der Straße Am Kirchhof, durch Baulücken in der weitgehend geschlossenen Straßenrandbebauung (Hindenburgplatz) sowie durch repräsentative, von der Straße zurückgesetzte Gebäude am Straßenrand (Ev. Kirche).

Analyse


Während sich die Verkehrsverhältnisse in Nörten-Hardenberg mit dem Bau der Ortsumgehung grundlegend verändert haben, hat die Lange Straße ihr „altes Gesicht“ behalten. Im Hinblick auf die Abtrennung des innerörtlichen Verkehrs vom Durchgangsverkehr, ist die Verkehrsbelastung besonders auf der Lange Straße deutlich zurückgegangen. Aktuelle Zahlen zur durchschnittlichen täglichen Verkehrsstärke liegen nicht vor. Gegen Ende der 1980er Jahre, vor Freigabe der neuen B 3, wurden Prognosen zu den Auswirkungen des Baus der Ortsumgehung auf die Verkehrsmengen innerhalb der Ortsdurchfahrt durchgeführt. Demnach ergäben sich, abhängig vom Standort, sehr unterschiedliche Verkehrsstärken. Während für den Knotenpunkt Göttinger Straße/ Burgstraße Verkehrsmengen zwischen 8.000 und 10.000 Kfz/24 Std. prognostiziert wurden, wurden für die Lange Straße Verkehrsmengen von 3.000 (nördlicher Bereich) und 8.000 Kfz/24 Std. erwartet.

Der Bau der Ortsumgehung hat lediglich Auswirkungen auf den Durchgangsverkehr in Nord-Süd-Richtung. Nach der Abkopplung der Lange Straße vom Durchgangsverkehr spielt hier vordergründig der Quell-, Ziel- und Binnenverkehr eine ausschlaggebende Rolle. Die Situation im Bereich Göttinger Straße/ Burgstraße ist hingegen unverändert geblieben.Dieser Bereich ist nach wie vor hoch frequentiert.

Städtebau und Straßenquerschnitt

Durch den geradlinigen und unstrukturierten Straßenverlauf der Ortsdurchfahrt wirkt der Raum fließend. Eine Folgeerscheinung sind häufig auftretende überhöhte Geschwindigkeiten des motorisierten Verkehrs. Der breite, dominante Fahrbahnquerschnitt unterstützt diese Raumwirkung und stellt im Zusammenhang mit hohen Geschwindigkeiten eine, insbesondere für schwache Verkehrsteilnehmer, schwer überwindbare Barriere dar. Zur gesicherten Überquerung müssen ggf. weite Umwege in Kauf genommen werden. Gesicherte Überwege sind lediglich im Kreuzungsbereich Göttinger Straße/ Burgstraße (Lichtsignalanlage) sowie in der Lange Straße/ Stiftsplatz („Zebrastreifen“) möglich.

Im Bereich des Geschäftszentrums, zu beiden Seiten der Göttinger Straße und ausgedünnt auch in der Lange Straße, steht die schwierige Querungsmöglichkeit des Straßenraums der Geschäftsnutzung entgegen. Zudem kommt der gesicherten Überquerung im Zusammenhang mit den östlich befindlichen Gemeinbedarfseinrichtungen (z.B. Schule) große Bedeutung zu.

Dominanter, unstrukturierter Straßenraum ohne Abschnittsbildung
Dominanter, unstrukturierter Straßenraum ohne Abschnittsbildung

Der Raumbildung und Strukturierung kommt im Rahmen der Umgestaltung der Ortsdurchfahrt besondere Bedeutung zu. Maßnahmen wie Fahrbahnverengungen, Aufpflasterungen, der Einsatz von Großgrün oder Fahrbahnversprünge bieten Möglichkeiten zur Gliederung und Abschnittsbildung der Ortsdurchfahrt, wirken sich positiv auf das Ortsbild aus und führen zur Herabsetzung der Geschwindigkeit. Im Gegensatz zu gewollten Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung, bestehen im Zusammenhang mit dem abschnittsweise geringen Straßenquerschnitt aufgrund der dichten Gebäudestellung (nördlich der Straße Am Kirchhof) auch Zwangspunkte, die einer Fahrbahnverengung bedürfen.

Ruhender Verkehr

Aufgrund des breiten Fahrbahnquerschnitts kann der Seitenraum als Stellfläche benutzt werden. Die Ordnung des ruhenden Verkehrs im Bereich der Ortsdurchfahrt ist uneinheitlich, wird in erster Linie durch Markierungen auf der Fahrbahn, aber auch durch Verkehrszeichen (absolutes Halteverbot) sowie durch von der Fahrbahn abgesetzten Parkständen geregelt. Unbestritten ist, dass Stellplätze prinzipiell aufgrund der dichten Bebauung, die in manchen Bereichen ein Abstellen von Fahrzeugen auf den Privatgrundstücken verhindert, benötigt werden. Zudem befinden sich zahlreiche Versorgungseinrichtungen im Bereich der Straßenzüge, die auf fahrende Kundschaft angewiesen sind.

Der Neuordnung des ruhenden Verkehrs kommt im Zusammenhang mit der generellen Neuordnung des Straßenquerschnitts besondere Bedeutung zu. Generell sollte an der Längsparkrichtung festgehalten werden. Bei der Umgestaltung des Straßenraums stehen vor allem gestalterische, das Ortsbild betreffende Gesichtspunkte im Vordergrund. Von der Fahrbahn abgesetzte Parkstände bieten z.B. die Möglichkeiten zur Aufnahme von Bäumen und Beeten oder Straßenmobiliar (Sitzgelegenheiten, Straßenraumbeleuchtung) und leisten einen Beitrag zur Strukturierung und Abschnittsbildung.

Material und Mobiliar

Die asphaltierte Oberfläche der Fahrbahn ist gut erhalten. An nur wenigen Stellen ist der Straßenraum durch Verlegung von Ver- und Entsorgungsleitungen geflickt worden. Fahrbahn und Seitenbereiche sind durch zwei unterschiedliche Bordsteinmaterialien, Naturstein im Osten und Beton im Westen, voneinander getrennt. Das Oberflächenmaterial der Seitenbereiche ist unzeitgemäß und wird der Bedeutung der Straße innerhalb des historischen Altstadtbereiches nicht gerecht. Dies gilt nicht nur für die Materialwahl und den Materialmix der Oberflächengestaltung, sondern auch für die Ausstattung mit Mobiliar (z.B. industriell anmutende Straßenraumbeleuchtung).

Die weitgehend fehlende Begrünung des Straßenraums unterstützt die Raumwirkung der Straße als unstrukturierten, abschnittslosen Raum. Durch den nahezu 100%igen Versiegelungsgrad ist die Wärmeabstrahlung im Sommer besonders ungünstig. Eine Verbesserung des Kleinklimas könnte durch die Pflanzung von schattenspendenden Straßenbäumen erzielt werden. In Bezug auf das Ortsbild können Baumpflanzungen ebenfalls positive Akzente setzen.

Der Umgestaltung der Ortsdurchfahrt kommt vor dem Hintergrund der historischen Bedeutung dieses Raumes mit seiner charaktervollen Fachwerkarchitektur besondere Bedeutung zu.

Betonhochbord entlang der Ostseite der Lange Straße
Betonhochbord entlang der Ostseite der Lange Straße
Granit-Natursteinbord entlang der Westseite der Lange Straße
Granit-Natursteinbord entlang der Westseite der Lange Straße
Verwendung von nicht ortsgerechten Beleuchtungsanlagen1
Verwendung von nicht ortsgerechten Beleuchtungsanlagen1
Verwendung von nicht ortsgerechten Beleuchtungsanlagen2
Verwendung von nicht ortsgerechten Beleuchtungsanlagen2

Unzeitgemäßes Material der Seitenbereiche, Verwendung unterschiedlicher Plattengrößen
Unzeitgemäßes Material der Seitenbereiche, Verwendung unterschiedlicher Plattengrößen

Angrenzende Nutzungen

Gerade im Hinblick auf die entlang der Ortsdurchfahrt befindlichen Wohn- und Gewerbenutzungen, stellen die gering dimensionierten Aufenthaltsbereiche einen negativen Aspekt dar. Die Barrierewirkung des Straßenraumes aufgrund des breiten Fahrbahnquerschnitts beeinflusst die Erreichbarkeit der zu beiden Seiten angrenzenden gewerblichen Nutzungen.

Im Zusammenhang mit der Umgestaltung der Ortsdurchfahrt sollte die Barrierewirkung der Ortsdurchfahrt zurückgenommen werden, so dass ausreichend Querungsmöglichkeiten angeboten werden.

Verbindungs- und Aufenthaltsfunktion

Die Aufgaben von Straßen gehen über die reine Verbindungsfunktion hinaus. Weitere wichtige Aufgaben bestehen mit der Aufenthaltsfunktion, als Treffpunktpunkt und Kommunikationsort. Die überdimensionierte Fahrbahnbreite bildet das dominante Element innerhalb der Verkehrsfläche. Die Seitenbereiche sind aufgrund des unterschiedlich breiten Straßenquerschnitts abschnittsweise sehr schmal, so dass die Aufenthaltsfunktion innerhalb des Straßenraums nur sehr eingeschränkt möglich ist. Dies führt zu Konflikten zwischen dem motorisierten und dem nicht-motorisierten Verkehr.

Durch die Herausnahme des Durchgangsverkehrs besteht innerhalb der Ortsdurchfahrt weitgehend noch Quell-, Ziel- und Binnenverkehr. Im Vordergrund stehen die Anbindung und die Erreichbarkeit der angrenzenden gewerblichen Nutzungen sowie die Querungsmöglichkeiten des Straßenraums. Im Rahmen der Umgestaltung spielen die Verbesserung der Aufenthaltsfunktion, die Ordnung des ruhenden Verkehrs und die Schaffung von Überquerungsmöglichkeiten eine ausschlaggebende Rolle. Ziel ist es, die Barrierewirkung der Straße aufzuheben.

Gestaltungsvorschlag



Ziel des Entwurfs ist die Anpassung des Straßenquerschnitts auf die sich durch die Herausnahme des Durchgangsverkehrs veränderte Situation. Bei der Neuordnung des Straßenraums stehen zudem gestalterische Gesichtspunkte im Vordergrund. Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Berücksichtigung des Ortsbildes durch eine, der Bedeutung des historischen Altstadtbereiches angemessene Materialwahl. Weitere wichtige Gesichtspunkte sind die Aufhebung der Barrierewirkung im Zusammenhang mit der West-Ost-Durchwegung sowie die Beeinflussung der Raumwirkung.

Städtebau und Straßenquerschnitt

Der Straßenraum soll im Zusammenhang mit dem verminderten Verkehrsaufkommen aufgrund des ausgelagerten Durchgangsverkehrs neu organisiert werden. Für die Fahrbahnbreite wird ein Querschnitt von 5,0 m empfohlen. Abschnittsweise sollen Fahrbahnverengungen den Querschnitt auf 4,1 m zurücknehmen. Der Fahrbahnquerschnitt von 5,0 m gewährleistet die Begegnung von Lkw / Pkw bei verminderter Fahrgeschwindigkeit; bei 4,1 m ist Begegnungsverkehr von Pkw / Pkw bei verminderter Geschwindigkeit gegeben.

Die dem nicht-motorisierten Verkehr vorbehaltenen Seitenbereiche bemessen sich überwiegend auf eine Breite zwischen 2 m und 3,5 m. Im Bereich von Engstellen innerhalb des Straßenraums aufgrund von Zwangspunkten (Gebäudestellung), soll durch Verengung der Fahrbahn auf 4,1 m die Aufenthaltsfunktion von Fußgängern verbessert werden. In Bereichen von Fahrbahnverengungen besteht für den nicht-motorisierten Verkehr zudem die Möglichkeit der leichteren Überquerung des Straßenraums. Zwangspunkte bestehen im Bereich der Hagenstraße/ Feuergasse und nördlich der Straße Am Kirchhof.

Die Geradlinigkeit des Straßenraums soll durch den Einbau von Versprüngen im Zusammenhang mit wechselseitig angeordneten Parkständen am Fahrbahnrand, Einengungen an wichtigen Querungspunkten sowie Baumpflanzungen unterbrochen werden. Im Bereich Lange Straße Ecke Am Kirchhof soll der durch den Versprung des Straßenverlaufs entstandene kleine Platzbereich durch Heckenbänder deutlicher vom Fahrbahnbereich getrennt werden. Die Aufenthaltsfunktion des kleinen Platzes soll durch die Sanierung der Möblierung, insbesondere des Brunnens verbessert werden.

Ruhender Verkehr

Vorwiegend einseitig soll im Straßenraum das Aufstellen von Fahrzeugen in Längsrichtung zur Straße weiterhin ermöglicht werden. Parkstände sollen auf gesonderten Flächen am Fahrbahnrand hergestellt werden. Im Abschnitt zwischen Hindenburgplatz und dem Knotenpunkt Göttinger Straße/ Burgstraße lässt der breite Straßenquerschnitt die Anlage von beidseitig der Fahrbahn angelegten Parkständen zu. Dagegen wird im Bereich zwischen Am Kirchhof und Am Walle aufgrund des geringen Straßenquerschnitts auf die Anlage von Parkständen verzichtet, um die Seitenbereiche ausreichend dimensionieren zu können. Da von einer vorgestellten Einbahnstraßenlösung der Lange Straße im Abschnitt zwischen Stiftsplatz und Am Walle Abstand genommen werden sollte, lässt der Straßenquerschnitt bei ausreichender Dimensionierung der Seitenräume, die zusätzliche Anlage von Parkständen am Fahrbahnrand nicht zu.

Die einseitig angeordneten Parkstände zwischen Hindenburgplatz und Am Kirchhof werden wechselseitig angeordnet, so dass die Fahrbahn in unregelmäßigen Abständen verspringt. Die Versprünge innerhalb der Fahrbahn leisten einen Beitrag zur Raum- und Abschnittsbildung, der durch die vorgesehenen Baumstandorte weiter unterstützt wird. Die Bemessung der Stellplatzbuchten muss mindestens 2 m x 5,2 m betragen. Um ein bequemes Anfahren der Stellplätze sowohl vorwärts als auch rückwärts zu ermöglichen, kann die Länge des Parkstands bis auf 6,7 m Meter erweitert werden.

Material und Mobiliar

Das Ortsbild, des historischen Altstadtbereichs von Nörten-Hardenberg mit der charaktervollen Fachwerkarchitektur hat entscheidenden Einfluss auf die Wahl der Gestaltungsmaterialien. Zur Ausführung der Fahrbahnoberfläche wird die Belassung der Asphaltdecke vorgeschlagen, da erstens ein geringerer Aufwand im Zusammenhang mit der Umgestaltung des Straßenraums besteht. Zweitens ist die Fahrbahnoberfläche in gutem Zustand und drittens wird durch die Schwarzdecke eine optische und hierarchische Abstufung der Ortsdurchfahrt zu den abzweigenden Anliegerstraßen unterstützt.

Die Seitenbereiche sowie die Parkstände sollten hingegen gepflastert werden. Hierdurch erhöht sich der Gestaltungswert des Straßenraums. Die Verwendung eines Hochbordes ist dort, wo keine Stellplatzbuchten zwischen Fahrbahnrand und Fußweg angelegt sind erforderlich, um den nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmer zu schützen. Um eine größtmögliche Barrierefreiheit sicherzustellen müssen die Borde im Bereich von Übergängen abgesenkt werden. Bei der Wahl der Borde sollten die einseitig im Straßenraum vorhandenen Granitborde wiederverwendet - und auch entlang der Ostseite eingesetzt werden. Das Granitbord unterstützt gestalterisch die Bedeutung des Raumes als historischen Altstadtbereich.

Die Stellplatzzonen am Fahrbahnrand sollen zur Aufnahme von Großgrün dienen. Baumstandorte unterbrechen die längsseits in Fahrtrichtung angelegten Stellplätze in unregelmäßigen Abständen. Die Baumscheiben bemessen sich auf rund 2 x 2 m. Der Einsatz von Großgrün im Straßenraum dient neben der Verbesserung der klimatischen Situation, der Raumbildung des in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Straßenraumes. Bei der Wahl der Straßenbäume ist der Abstand zu den Gebäuden und zum Verkehrsraum zu beachten. Aus Platzgründen sollten nur schmalkronige Bäume verwendet werden, die auf das Lichtraumprofil von Lkw aufgeastet sein sollten. Geeignete kleinkronige Straßenbäume sind z.B. Feldahorn (Acer campestre ´Elsrijk´), Hainbuche (Carpinus betulus ´Fastigiata´), Kreuzdorn (Crataegus carrierei), Robinie (Robinia ps. ´Umbraculifera´) oder Mehlbeere ( Sorbus int.´Brouwers´).

Zur Begrünung der Baumscheiben bietet sich sowohl eine geschlossene Rasendecke, als auch die Unterpflanzung mit einer großen Auswahl von bodendeckenden Gehölzen und flächendeckenden Rosen an. Die zu den Parkständen weisende Stammseite der Bäume sollte durch einen Stammschutzbügel oder Poller geschützt werden.

Aneignungen der Seitenbereiche durch die Anwohner werden ausdrücklich befürwortet. Dies kann z.B. durch Begrünungen der Gebäudefassaden, Kübelbepflanzungen an der Hauswand, Aufstellen von Sitzgelegenheiten usw. geschehen. Nach Absprache mit der Gemeindeverwaltung und der Zusicherung der Pflege soll es weiterhin möglich sein, an der Hauswand einen schmalen Streifen des Seitenbereichs zu öffnen, um dort Bepflanzungen vorzunehmen.

Positives Beispiel von Aneignungen - Betonung der Eingangssituation
Positives Beispiel von Aneignungen - Betonung der Eingangssituation
Privat aufgestellte Sitzbank im Seitenbereich
Privat aufgestellte Sitzbank im Seitenbereich

Angrenzende Nutzungen

Die angrenzende Wohn- und Gewerbenutzung, mit den zum Straßenraum orientierten Eingangsbereichen, wird durch die Verbreiterung der Seitenräume berücksichtigt. Die Beibehaltung von beidseitig am Fahrbahnrand angeordneten Parkständen innerhalb des Geschäftszentrums (Göttinger Straße), unterstützt die wirtschaftliche Bedeutung des Handels im Bereich der Ortsdurchfahrt. Durch die Neuordnung des Straßenquerschnitts führt zu einer leichteren Andienung und damit Nutzung der gewerblichen Einrichtungen.

Verbindungs- und Aufenthaltsfunktion

Der Verbindungs- und Aufenthaltsfunktion der Ortsdurchfahrt wird besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Ziel der Seitenraumgestaltung ist, den empfohlenen Regelwert des Seitenraums von 2,5 m weitestgehend einzuhalten. Dies lässt der Straßenquerschnitt im Bereich etwa zwischen Göttinger Straße/ Burgstraße und Hagenstraße sowie zwischen Am Walle und Hardenberger Damm zu. Im Fall der Unterschreitung der Regelbreite soll zumindest das Lichtraumprofil von zwei sich begegnenden Fußgängern eingehalten werden, so dass die Breite der Seitenbereiche auch im Bereich von Zwangspunkten nicht unter 1,8 m angestrebt wird.

Die bereits angesprochene Barrierewirkung der Ortsdurchfahrt soll generell, durch die Anpassung der Fahrbahnbreite, als auch über Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung (Aufpflasterungen, Verengungen, Fahrbahnversprünge) abgemildert werden. Damit soll dem nichtmotorisierten Verkehr ein leichteres Überqueren des Straßenraums ermöglicht werden. Gefahrenpunkte, wie die Kreuzungsbereiche mit Anliegerstraßen(Leineweg, Hagenstraße, Stiftsplatz, Markt) sollen zudem durch Aufpflasterungen markiert werden.


Auszug aus:



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