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Marienstein
Die älteste schriftliche Nachricht über Marienstein stammt aus dem Jahr 890. Damals hieß der Ort allerdings nicht Marienstein, sondern Stennhem. Es war also eine Heimsiedelung mit Sudheim, Medenheim, Northeim, Edesheim, Stöckheim im Leinetale außerhalb des Überschwemmungsgebietes. Folchard hieß der damalige Besitzer eines Gutes hier, der ein wohlhabender Mann gewesen sein muss, denn er schenkte für das Seelenheil seines Sohnes dem Kloster Corvey einen Hof von 30 Morgen Land samt der Familie Leibeigener, die darauf wohnten und ihn bebauen mussten. Damals waren also die Leute hier schon Christen und hatten kirchliche Gesinnung.

Sechzig Jahre später lies das Kloster Corvey auf dem ihm geschenkten Gute zu Ehren der heiligen Jungfrau Maria eine Kapelle bauen und nannte sie Marienstein. Dieser Name übertrug sich dann auf das ganze Gut, und so wurde aus Stennhem, auch Steine genannt, Marienstein. Da Marienstein für Corvey zu abgelegen war, so wurde es von diesem dem Martinstifte in Heiligenstadt übergeben. Auf diese Weise kam Marienstein in die Kirchsprengel des Erzbischofs von Mainz, und als der Erzbischof 1055 das Petersstift in Nörten gründete, tauschte er Marienstein gegen ein dem Martinstifte in Heiligenstadt besser gelegenes Besitztum ein und machte damit dem neuen Peterstiftes ein Geschenk.

Von 1055 bis 1102 ist Marienstein im Besitze des Peterstiftes zu Nörten gewesen. Als 1101 der damalige Erzbischof Ruthard nach seiner Feste Hardenberg kam, fasste er den Entschluss, in der Nähe derselben ein Manneskloster anzulegen. Die lieblich gelegene kleine Kapelle auf dem Steinhügel schien ihm dazu ein geeigneter Platz. Er verhandelte dieserhalb mit dem Probste des Peterstiftes in Nörten und erreichte es, dass die Kapelle von allen Verpflichtungen gegen das Stift entbunden wurde. Nun übernahm er selbst das Aufsichtsrecht über das so erworbene Besitztum und übergab es Benediktinern zum Anbaue eines Klosters. Die in lateinischer Sprache geschriebene Urkunde über diese Verhandlung steht in dem jetzt noch vorhandenen Kopialbuche des Klosters.

Die Benediktinerklöster waren in jener Zeit Missionsklöster und Kulturpflegestätten. Nach einer Urkunde aus dem Jahre 1105 gewährte Ruthard den Mönchen in Marienstein das Recht, Kinder zu taufen, Kranke zu besuchen, auf dem an der Kirche gelegenen Friedhofe Tote zu begraben usw. Wälder sind durch sie gerodet, Sümpfe und Moräste trocken gelegt, Äcker und Gärten angelegt und Zerstreutmohnende zu Dorfgemeinden gesammelt worden. In Hillerse heißt eine Flur „Möncheäcker“; diese und „Lütgenrode“, „Großenrode“ sind vielleicht durch die Tätigkeit dieser Mönche entstanden.

Unter Rudharts Nachfolgern mehrten sich die Güter und Einkünfte des Klosters durch Schenkungen und Käufe. Die Herren von Plesse wurden zu Schirmherren des Klosters erwählt und blieben es bis 1394. In diesem Jahre liehen sie von den Herren von Hardenberg 220 Mark göttingischer Währung und verpfändeten dafür unter anderem auch ein Drittel vom Kloster Marienstein. Die Verpfändung war zunächst nur auf 6 Jahre gedacht, da aber die Pfandobjekte 1409 noch nicht eingelöst waren, so teilten Dietrich und Hildebrand von Hardenberg, als sie ihren Gesamtbesitz teilten, auch dieses Pfandobjekt. Von jener Zeit ab war also Marienstein im Besitze der Herren von Hardenberg.

Wachsender Reichtum erzeugte vom Anfange des 15. Jahrhunderts ab, wie überall, so auch im Kloster Marienstein Leichtsinn und Üppigkeit. Die Folge davon war, dass der frühere Wohlstand allmählich zurückging, viele Güter erst verpfändet und dann den Gläubigern eigentümlich überlassen werden mussten. So wurden z. B. 1558 die Kapelle und Ländereien zu Sankt Margareten bei Bishausen an Toft von Hardenberg veräußert.
Als das Geschlecht derer von Plesse 1571 ausstarb, stellte der Erzbischof von Mainz Marienstein ganz unter den Schutz der Herren von Hardenberg. 1620 kam Marienstein in den Besitz des Herzogs von Braunschweig und wurde lutherisch. Damals waren nur noch 5 Mönche in dem Kloster. Das Pfarramt wurde von Parensen aus verwaltet. Dem Abte verblieben nur die kirchlichen Angelegenheiten. Über die weltlichen Güter setzte die Braunschweigische Regierung einen Klosterverwalter. Der erste hieß Heinrich Hornburg. Der Klosterverwalter übte auch die niedere Gerichtsbarkeit aus. Im Jahre 1626 wurde das Kloster von den feindlichen Scharen völlig ausgeplündert und alle Gebäude desselben niedergebrannt. Zehn Jahre später wurde die Kirche notdürftig wieder aufgebaut. Von 1620 bis 1692 war Streit zwischen dem Herzog von Braunschweig und dem Erzbischof von Mainz um den Besitz von Marienstein. Erst im letzteren Jahre einigten sich beide gütlich dahin, dass es für immer zu Braunschweig gehören solle.

Im Jahre 1650 wurde Marienstein mit allen ehemaligen Klöstern des Herzogtums Braunschweig in der Klosterkammer vereinigt. So ist es heute noch. Die Klostergüter sind verpachtet, und die Pachtgeld erließen in eine Kasse, die den Namen Hannoverscher Klosterfonds hat; die Gelder dieser Kasse werden auf Grund eines Gesetzes vom Jahre 1818 für Kirchen, Schulen, milde Stiftungen unserer Provinz und die Universität Göttingen verwandt. Marienstein gehört zur Klosterrezeptur Northeim.

Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts bauten sich um das Kloster herum immer mehr freie Arbeitsleute an. So entstand allmählich das Dorf Marienstein, dass um 1800 bereits 21 Häuser und 192 Einwohner hatte. Zuerst schickten die Leute ihre Kinder nach Parensen in die Schule, aber bereits 1700 hatte das Dorf einen eigenen Lehrer, der die Kinder in seinem Hause unterrichtete. Gegen 1800 kaufte die Klosterkammer dem damaligen Lehrer sein Haus ab und richtete es zu einem Gemeindeschulhause ein. 1872 ist dieses alte Schulhaus abgebrannt und das jetzige große massive Gebäude an seine Stelle gesetzt worden.

Der Pastor von Parensen ist auch jetzt noch Pastor von Marienstein. Die Pfarre heißt Parensen-Marienstein und steht unter der Superintendentur der Inspektion Göttingen I. Als Gemeindepfarrer von Marienstein hat der Pastor von Parensen alle Sonn-, Feier-, Buß- und Bettage und in der Fastenzeit jeden Mittwoch in der Klosterkirche zu predigen und einen Sonntag um den anderen und jeden zweiten Festtag mit den Kindern eine Katechisation zu halten. Im Jahre 1724 ist die jetzige Kirche anstelle der im Jahre 1639 erbauten leichten getreten. Auf dem Klosterkirchhofe unter einer Linde sind von 1435 bis 1521 im ganzen 7 Landtage des Fürstentums Göttingen abgehalten worden. Die letzten Reste dieser alterwürdigen Linde sind gegen 1900 ausgegangen.

Jetzt geht die Eisenbahn durch den ehemaligen Klostergarten. Über sie weg führt zwischen Marienstein und Nörten die schöne Landstraße nach Hardegsen. An dieser Straße liegen zwei Gastwirtschaften, die dem starken Wagenverkehre auf der Landstraße dienen. Jetzt gehören noch 642 Morgen Acker-, Wiesen- und Gartenland zum Klostergute. Die Arbeiter des Dorfes sind auf dem Klostergute, in der nahen Zuckerfabrik und in den Kalibergwerken der Umgegend beschäftigt. Größere Ausdehnung hat das Dorf wegen der kleinen Feldmark und dem nahen Nörten nicht erlangen können. Es hat jetzt etwa 250 Einwohner, die neben dem Klosterbesitze etwa 12 Morgen Land als Abfindung für ehemalige Hut- und Weideberechtigungen eigentümlich besitzen.


Quelle: Heimatbuch des Kreises Northeim - 1924

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